Dieses Blog durchsuchen

DIE BULGARISCHEN HÖHENKURORTE

Bulgarien ist heute ein international beliebtes Reiseland für Millionen Touristen aus der ganzen Welt. Herzlich willkommen ist jeder Gast des Landes nicht nur am Meer, sondern auch in den Gebirgen Bulgariens: Rila, Pirin, Stara planina /Das Balkangebirge/, Vitosha und in den Rhodopen. Jedes von den bulgarischen Gebirgen hat einen eigenen unverwechselbaren Charakter. Die Höhenkurorte in Bulgarien bieten den zahlreichen Gästen gute Möglichkeiten nicht nur zur Erholung und Entspannung an, sondern auch zum Wintersport. Deshalb werden sie in den letzten Jahren von immer mehr in- und ausländischen Wintersportfreunden besucht. Grosse Zentren des Wintersports in Bulgarien sind Pamporovo, Borovetz, Maljovitza, Bansko, der Nationalpark Vitoscha u.a.m., die ihren verdienten Platz unter den weltbekannten Wintersportzentren einnehmen. 
Borovetz
Die Klimabedingungen der bulgarischen Höhenkurorte ermöglichen einen relativ langen Betrieb der Wintersportanlagen - etwa 5-6 Monate lang jährlich. Der Winter ist mild, mit vielen sonnigen Tagen und einen durchgehenden Schneedecke, die sowohl für Liebhaber des Skisports als auch für Leistungssportler gute Fahrbedingungen bietet. 
Borovetz
Die bulgarischen Höhenkurorte verfügen über ausgezeichnete Wintersportanlagen:
 Skipisten verschiedenen Schwierigketsgrades für Anfänger und erfahrene Skiläufer, Seilbahnen, Sessel- und Schlepplifts, die die Beförderung zu den Pisten erleichtern.
Chepelare
  Den Anfängern stehen Übungshänge zur Verfügung. Für sie werden auch Skikursen organisiert. Die Skischulen in den bulgarischen Wintersportzentren gehören zu den besten in Europa. Der Unterricht in den Skischulen erfolgt in Deutsch und Englisch nach internationalem Standart. Die Ski-Depots leihen Skiausrüstung /Markenfabrikate/ aus. 

Die Hotelbasis entspricht den verschiedensten Geschmacksrichtungen der Feriengäste. Ihnen stehen Zwei- und Drei-Sterne-Hotels sowie Feriendörfer zur Verfügung. Zur Verpflegung und Unterhaltung der Gäste sind zahlreiche Restaurants und Unterhaltungsgaststätte errichtet: Weinstuben, Gaststätten, Teesstuben, Nachtlokale, Snackbars, Cafes. 
Die geringe Entfernung der bulgarischen Höhenkurorte von den grösseren touristischen Zentren bieten den Feriengästen verschiedene Möglichkeiten für die Befriedigung ihrer kulturellen und anderen Interessen. Für sie werden Ausflüge zu den benachbarten und entfernter liegenden Ortschaften und Städten organisiert. 



DIE THRAKER - DIE ERSTEN BEWOHNER BULGARIENS

Spuren vom Leben der Urmenschen sind in Bulgarien nur wenig vorhanden, dafür sind jedoch die Zeichnungen in den Höhlen des Balkangebirges weltbekannt.
Etwas umfangreicher sind unsere Kenntnisse über die Thraker.
Sie besiedelten den östlichen Teil der Balkanhalbinsel: vom Schwarzen Meer im Osten bis zur Teiß im Westen, von den Karpaten im Norden bis zum Ägäischen Meer im Süden. Sie lebten in Stämmen in der Urgesellschaft. Die bekanntesten von ihnen waren die Odryssen, Serden, Bessen, Mösier und die Dacker.
Die Thraker waren vorwiegend Ackerbauern und Viehzüchter, aber auch geschickte Handwerker. Sie waren nicht nur Meister des Töpferhandwerks, gute Weber und Baumeister, sondern bearbeiteten auch Metalle.
Sie waren in der Antike als Sänger, Musikanten und Tänzer berühmt. Der sagenhafte Sänger Orpheus soll auch thrakischer Herkunft gewesen sein.
 Die Thraker verehrten die Naturkräfte und gaben ihnen göttliche Gestalt. Sie glaubten an einem Leben im Jenseits und bestatteten gemeinsam mit dem Verstorbenen auch seinen Streitwagen mit den eingespannten Pferden, Waffen und Geschirr. Sie gaben den Toten Nahrung, Waffen und andere Gegenstände mit ins Grab. Den reichen Thrakern wurde manchmal sogar die Lieblingsfrau mitgegeben.
der Goldschatz von Waltschi tran
Foto: trakite.info
  
Bis heute ist eine Reihe herrlicher Gegenstände erhalten, die vom hohen Stand der thrakischen Kultur zeugen, z.B. der Goldschatz von Waltschi tran aus dem 13.Jh.v.Chr., der Silberschatz von Rogozen aus dem 5-4Jh.v.Chr. und der Goldschatz von Panagjurischte, ein wunderbares Weinservice aus purem Gold, das nahe bei der kleinen Stadt Panagjurischte gefunden wurde und aus dem 4.Jh. datiert. Dieses Service ist übrigens einmalig und befindet sich im Nationalen Historischen Museum in Sofia und es lohnt sich wirklich, es anzusehen. Es besteht aus vier Trinkkörnern, drei Kannen, eine Amphore und einer Schale und stellt das interessanteste in Thrakien gefundene Kunstdenkmal dieser Epoche dar.
Die frühesten Berichte über thrakische Stämme findet man in griechischer Schriften. So berichten Homer im 8Jh. und Xenophon im 5.Jh.v.Chr. über Leben und Bräuche der Thraker. Herodot beschreibt sie als das nach den Indern zahlenmäßig größte Volk, das in viele sich gegenseitig bekriegende Stämme zersplittert war. Über ihre frühere Geschichte geben allein Grabungsfunde Auskunft.
das Grabmal von Kazanlak - Wandmalereien
Foto: www.public-republic.com
 Die zahlreichen Zeugnisse thrakischer Kultur, von denen die Grabmäler bei Kazanlak und Sveschtari
nur die prominentesten Beispiele sind, verdeutlichen den hohen Entwicklungsstand dieser Stammesverbände und lassen es verstehen, warum Elemente dieser Kultur in die griechische Welt Eingang fanden. Der Mythos vom thrakischen Sänger Orpheus ist ein Beispiel dafür. Auch der Kult um Dionysos, den Gott des Weines und der Fruchtbarkeit verweist auf thrakische Vorbilder.

Vom 8.Jh.v.Chr. an besiedelten die Griechen die Schwarzmeerküste. Es etnstanden die griechischen Kolonien Messembria, das heutige Nessebar, Odessos, das heutige Warna, Apolonia, das heutige Sozopol u.a. Sie entwickelten sich zu blühenden Handelsstädten. Noch heute werden bei Ausgrabungen und auf dem Meeresgrund Amphoren und andere Gefäse gefunden.
Im Innern des Landes lebten nach wie vor die Thraker. Im 5.Jh.v.Chr. gründete der grosse Stamm der Odryssen ein mächtiges Reich, das im politischen Leben der Balkanhalbinsel eine grosse Rolle spielte. Seinem Beispiel folgten auch andere thrakische Stämme.
Später wurden sie laufend von fremden Eroberern bedroht: im 4.Jh. von den Mazedoniern, im 3.Jh. von den Kelten.
Nachdem die Thraker ihre Gebiete in blutigen Kämpfen verteidigt hatten, wurden sie von den Römern unterworfen. Im Jahre 46 n.Chr. waren alle thrakische Gebiete unter römischer Herrschaft. Die Römer bildeten zwei Provinzen - Mösien und Thrakien. Sie bauten Strassen und Städte wie z.B. Serdica / Sofia/, Trimonzium /Plovdiv/, Pautalia /Kjustedil/ u.a.m.
Die Eroberung durch die Römer brachte tiefgreifende Veränderungen in der Lebensweise, der Kultur und den gesellschaftlichen Verhältnissen der unterworfenen Bewohner mit sich. Anstelle der zersplitterten thrakischen Stämme übernahm ein mächtiger Sklavenhalterstaat die Herrschaft. Unter dem zweifachen Einfluss der Griechen und der Römer verloren die Thraker ihre ethnische Eigenart, die einen wurden hellenisiert, die anderen romanisiert. 


MARTENIZA - DER ROT-WEISSE FRÜHLINGSGRUSS

Nach dem langen Winter erwartet man mit Ungeduld den Frühling. Nach einem alten bulgarischen Brauch wird jede Jahreszeit mit verschiedenen volkstümlichen Festen eingeleitet. Einer der fröhlichsten ist der erste Tag des Monats März. Schon am vorausgehenden Abend flechten die Omas rote und weisse Wollfäden zu einer MARTENIZA /abgeleitet vom bulgarischen Wort für März - Mart/ zusammen und binden sie ihren Lieblingen um das Handgelenk. Auch Lämmern und anderen jungen Haustieren wird sie um den Hals gebunden. Das ganze Land trägt im März Rot-Weiss und immer wünscht man sich einen glücklichen Frühling.
Martenizi schenkt man Verwandten und Bekannten mit guten Wünschen für Gesundheit, Glück und langes Leben.
Ursprung dieses Brauches ist die Sehnsucht der Menschen nach der lebenspendenden Jahreszeit, symbolisiert durch die beiden leuchtenden Farben.
Die Marteniza ist im Wesentlichen ein Talisman für Gesundheit und ein langes Leben, was jeweils die Farben symbolisieren:
Gilt Rot für die Liebe und Fruchtbarkeit, für das Leben überhaupt, so soll Weiss Ausdruck für Gesundheit und Reinheit sein, den schmelzenden Schnee, das Weichen des Winters darstellen.
Zur Familie der Martenizi gehören neben Pisho und Penda /dieses Paar kennt in Bulgarien jeder/ auch Kugeln und Quasten, Bärchen und Häschen, angefertigt aus rot-weisser Wolle oder aus Seidenfäden.
Einer alten Überlieferung nach muss man diese rot-weissen Frühlingsboten bis zum Frühlingsanfang tragen und dann an einem blühenden Baum hängen. 
Eine andere Überlieferung verlangt, dass man die Marteniza unter einen Stein legt. Sobald die ersten Störche eintreffen, hebt man den Stein an. Wenn sich dann darunter irgendein Lebewesen regt, wird das Jahr fruchtbar. 
 "Baba Marta" ist eine volkstümliche, ausschmückende Umschreibung für den Monat März (deutsche Analogie: der Lenz oder die Figur von Frau Holle, die für Schnee sorgt). "Baba" heißt auf deutsch Oma. Auch die Begrüßung Tschestita Baba Marta - auf Deutsch: Glückliche Oma Marta ist typisch für den Anfang März in Bulgarien.
 Hinter dem Marteniza-Brauch steckt zugleich der alte Glaube, dass die rot-weißen Martenizi Baba Marta, die Personifizierung des Monats März in Gestalt einer alten, ärgerlichen und launischen Frau, mild stimmen, damit sie nicht zornig wird und Kälte über das Land schickt. Dies hängt mit dem Landesklima zusammen: Oft kündigt sich der Frühling Anfang März an und gegen Ende des Monats kommt es dennoch zu Schneefall. Alle Erwachsenen, Kinder und Haustiere werden mit Martenizi beschenkt und geschmückt, damit sie gesund bleiben.
 Die Tradition, den ersten März willkommen zu heissen, ist sehr alt und bis heute bewahrt. Das Martenizi-Schenken gehört zu den schönsten und beliebtesten bulgarischen Frühlingsbräuchen.








DIE WERTVOLLEN HÄUSER VON PLOVDIV

Wenn die Fachleute von einem bulgarischen Barock sprechen, so meinen sie die Plovdiver Häuser mit ihrer eigenen Dynamik und schwungvollen Bewegung der Formen.
Im 18./19.Jh. erlebte Plovdiv eine neue Blüte als Handelsstadt, von der heute viele schöne Häuser aus der Zeit der bulgarischen Wiedergeburt zeugen.
In der Altstadt von Plovdiv leben und arbeiten heute nur 4500 der insgesamt 370000 Einwohner. Sie erscheint wie ein bewohntes Freilichtmuseum, in dem wundervolle Häuser aus dem 18./19. Jh. das Bild bestimmen.
Die bürgerlichen Häuser der Wiedergeburtsepoche zeichnen sich durch eine vielfältige Architektur aus, in der sich Beruf und Lebensweise der Bewohner sowie die natürlichen Bedingungen widerspiegeln. Allmählich wurde die architektonische Komposition immer komplizierter, und die Fassade und die reiche Innenausstattung immer dekorativer. Die durch Erker und Vorsprünge abwechslungsreich gestalteten Fassaden und die Verwendung von holzgeschnitzten Dachgesimsen und farbigem Putz sowie bunte Wandverzierungen ergeben den typischen Stil dieser Häuser.
Die Innenausstattung ist reich an Wandschränken, bemalten Wandnischen, holzgeschnitzten Türen, Säulen und Zimmerdecken. Alles ist breit angelegt, hell und sonnig.
Die gesamte Wohnanlage mit Garten ist von der Außenwelt mit einer schützenden hohen Mauer getrennt. Dahinter verbergen sich Höfe, zu denen üppige Blumengärten, schattenspendende Bäume und Brunnen mit immer fließendem Wasser gehören.
 Sehr reizvoll und gut erhalten ist diese Architektur in der Altstadt von Plovdiv. Allen Häusern ist ein Zug gemeinsam: das Streben nach Schönheit im Alltag in Harmonie mit der Natur. Das Plovdiver Wohnhaus entwickelte sich zum prächtigen Bürgerhaus und wurde zum Inbegriff des Wiedergeburtshaus in Bulgarien überhaupt.

DAS HAUS VON ARGIR KUJUMDSHIOGLU aus dem Jahre 1847 gehört zu den schönsten Häusern und meistfotografierten Objekten der Stadt. Mit seinem geschwungenen Dach und seinen abgerundeten Formen besticht es schon durch sein Äußeres.
 










Hinter dem Hoftor liegt die Hauptfassade. Eine innere Raumbewegung hat sie gefaltet. Der Eingang führt in ein Vestibül im Erdgeschoss, dessen Oval anzeigt, dass das Gebäude innen auf eine andere Weise gestaltet ist. Der Empfangsraum bildet den Mittelpunkt des Hauses und sein Oval unterstreicht seine wichtige Bedeutung. Drei Treppen laden zu einem Plauderstündchen in den oberen Stockwerken ein. Mit Holz, Putz und Farben ist die Architektur genauso lebendig wie überall in Europa. Das Haus ist ein ausgezeichnetes Beispiel für die symmetrische Bauweise der Häuser im alten Plovdiv und wurde vom Baumeister Hadshi Georgi errichtet. Besondere Aufmerksamkeit verdienen auch die geschnitzten Fensterläden und die kühn verwendete schwarze Farbe in der Außengestaltung. In den geräumigen Zimmern sind zahlreiche Exponate, auf fünf Sammlungen verteilt, zu sehen. Die Gegenstände berichten über die Lebensweise und die Kultur der Bulgaren von der Wiedergeburtszeit bis zur Mitte des 20.Jh.
1950 wurde im Haus das Ethnographische Museum eingerichtet und 1962 wurde es renoviert.
 
 DAS HAUS VON DIMITER GEORGIADI stammt aus den Jahren1846-1848. Es wurde von dem Baumeister Georgi, dem auch das Kujumdshioglu-Haus zu verdanken ist. Es sind zweifellos zwei der schönsten Häuser in Plovdiv. Die monumentale Fassade des Hauses unterscheidet sich von der des  Kujumdshioglu-Hauses, steht doch mit ihm in Einklang. Es blickt mit seiner Frontseite zur Straße, der Mittelerker springt hervor. Eine Treppe führt zu einer geräumigen Empfangshalle im ersten Stock. Beiderseits reihen sich 4 Zimmer mit geschnitzten Decken, farbigen Wandmalereien, die weiß umrahmt sind. Die Elipsenform der Empfangshalle steht mit der waagerechten Form der Fassade in Einklang. Die zweite Etage wurde ein paar Jahre nach der ersten gestaltet, doch viel einfacher. Das Haus fällt durch seine außerordentlich schöne Aussmuckung auf. Es wurde renoviert, doch seine Authentizität blieb erhalten.
 
DAS HAUS VON NIKOLA NEDKOVITSCH steht in einem hübschen Hof und fällt durch seine Ornamentik auf. Die Fassade zeichnet sich durch drei Bögen aus, die auf eleganten Steinsäulen ruhen. In diesem Haus ist die reiche innere Ausstattung vor allem in der ersten Etage zu einem vielfältigen Prunk gebracht. Ovale Medaillons an den Wänden zeigen Panoramabilder aus fernen Ländern. Der Wohnkomplex besteht aus dem Hauptgebäude, einem Nebenbau und dem sog. "Kljukarnik", einer Art Zimmererker über der Straße, wovon aus die Frauen des Hauses das Leben draußen beobachten und darüber klatschen konnten.










In der Empfangshalle hat der Meister sein ganzes schöpferisches Können entfaltet. Er hat dem Raum eine betont repräsentative Charakter verliehen, was mit einer vertrauten und gemütlichen Atmosphäre verbunden ist. Die Empfangshalle ist geräumig (über 73qm) und reich an holzgeschnitzten Decken, Türen und Fenstern. Der antike Kronleuchter hängt in der Mitte einer schönen dreireihigen Rosette. Die prunkvollsten sind die beiden Südräume im zweiten Stock - das grüne und das rote Zimmer. Der Platz über dem Treppenhaus war dem Orchester vorbehalten.
Das Haus wurde inzwischen von Grund aus renoviert. Im ersten Stock ist eine kleine ethnographische Ausstellung eingerichtet und im zweiten Stock finden offizielle Treffen statt. Der Hof steht des öfteren für kulturelle Veranstaltungen zur Verfügung.

DAS BALABANOV-HAUS nimmt die Ecke eines unregelmäßigen Landfleckens ein, was zu einer stufenartigen Gestaltung des Erdgeschosses geführt hat - eine für Plovdiv untypische architektonische Lösung. Das obere Stockwerk ist viel repräsentativer ausgestattet und eingerichtet. Man soll nicht vergessen, dass dieses Haus als das einzige in der Altstadt nicht im Originalzustand erhalten, sondern nach alten Fotos und Bauplänen restauriert worden ist. Das Streben nach Repräsentanz zeichnet das ganze Haus und insbesondere die obere Etage aus. Die Empfangshalle hat imposante Ausmaße. Daneben reihen sich noch 4 Zimmer. Interessant sind die geschnitzten Holzdecken mit geometrischen Motiven.
Das Balabanov-Haus
In der ersten Etage sind Bilder zeitgenössischer Künstler zu sehen, die zweite ist mit Stilmöbeln eingerichtet. Hier werden Konzerte, literarische Abende und Ausstellungen organisiert. Es ist ein beliebter Treffpunkt für Kunstleute und Geschäftsleute.

DAS HINDLIAN-HAUS ist in einem geräumigen an drei Straßen grenzenden Hof gebaut. Es ist noch ein Beispiel der symmetrischen Architektur, die das Haus den Gegebenheiten des Geländes anpassen soll. Der Hofkomplex schließt außer der Hauptgebäude einen Keller, sowie Diener- und Wirtschaftsbauten ein.
Die Eigentümer des Hauses waren nicht nur reiche Menschen, sondern auch Leute mit vielseitigen Interessen und ausgesprochen ästhetischem Sinn. Die Fassade ist stark aufgelockert. Die Nordseite zum Hof hat einen zentralen Säulenvorbau. Die Vorderfront wird durch die blauen Ornamente belebt. Das erkerförmige Vorspringen des Erdgeschosses und die kleinen Beobachtungserker beiderseits werden durch die Farbtöne der Wände gelungen ergänzt.
Das Hindlian-Haus
Das Hindlian-Haus gehört mit Recht zu de den reichstdekorierten Häusern der damaligen Epoche, besonders was die Innengestattung anbelangt. Das merkt man bereits im Erdgeschoss, wo das Licht- und Farbenspiel an Wänden, Decken, Türen und Schränken die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Die Maler aus Tschirpan, Moka und Mawrudi, die beauftragt waren, das Haus innen zu gestalten, hatten die Gelegenheit, ihr Talent voll zu entfalten.
In allen Zimmern erkennt man Landschaften und Gemälde aus Istanbul, Venedig, Alexandrien und Kopenhagen. Das nordwestliche Zimmer ist die Vollkommenheit selbst. Durch seine 12 Fenster dringt soviel Licht ein, das wir die ganze Pracht bewundern können. Sehenswert sind die Möbel im Arbeitszimmer des Hausherrn. Das Bemerkenswerteste im Haus ist das Bad mit seinen Marmorboden und vergoldeten Wasserhähnen, den Gipsornamenten an Wänden und Gewölbe. Der Fußboden wurde durch eine Luftanlage erwärmt. Der Raum lädt zu einem Bad ein.
Leider ist der Baumeister unbekannt, man weiß nur, dass das Haus in der Periode 1835-1840 gebaut wurde. In neuerer Zeit, 1974, wurde es renoviert.
 

 

BAUDENKMÄLER IN DER ALTSTADT VON PLOVDIV

Das Ensemble "Die Hl. Hl. Konstantin und Helena"

Zu diesem in Herzen des alten Plovdiv gelegen Ensemble gehören die Kirche der Hl. Konstantin und Helena, bedeutende Teile der östlichen Festungsmauer des antiken Philipopolis und die alte griechische Schule, wo heute eine Galerie antiker Ikonen untergebracht ist. Die über 6m hohe Festungsmauer mit dem runden Eckturm aus der Zeit des Kaizers Justinian I. (6.Jh.) ragt stolz empor. Sie wurde nache dem damaligen Verfahren "opus mixtrum" (ein Steinbau, der durch waagerechte Schichten aus 5 aufeinenderfolgenden Backsteinreihen befestigt wird) erbaut, mehrmals verstärkt und wiederaufgebaut.
Unmittelbar daneben wurde laut alter Überlieferungen bereits im 4.Jh. eine Kirche errichtet, die nach den Namen der beiden Märtyrern Sewerin und Memnos benannt worden ist. Da Plovdiv mehrere Male niedergebrannt wurde, baute man es immer wieder auf. Ende des 18.Jh. befand sich die Kirche in einem elenden Zustand. Ihre Grösse und Gestaltung entsprachen dem gewachsenen Bewusstsein der bulgarischen Bevölkerung nicht mehr. Der beharrliche Kirchenvorsteher Todor Muravenov sammelte ganze 20 Jahre (von 1810 bis 1830) Geldspenden für ihren Ausbau und sie wurde nach einem Erlass des Sultans im Jahre 1832 in ihrem heutigen Zustand erbaut. 
Die Kirche stellt eine dreischiffige Pseudobasilika dar. Die Schiffe werden durch zwei Reihen runder Säulen vereinigt. Die beiden Seitenschiffe haben flache Holzdecken mit geometrischen Ornamenten, die Decke des Mittelschiffes liegt bedeutend höher und ist wie ein Gewölbe gestaltet. Einen zentralen Platz in der Innengestaltung nimmt der Ikonostas ein, der zusammen mit dem Bischofsthron als ein Meisterwerk des Holzschnitzers Iwan Paschkula zu bezeichnen ist. Sowohl am Altar als auch am Bischofsthron sind Einflüsse des Barocks in Bulgarien zu entdecken. 
Die Kirchenikonen sind von besonderem Wert. Ausser denen, die während der Epoche der nationalen Wiedergeburt Bulgariens geschafen wurde (es wird angenommen, das ein bedeutender Teil von ihnen, aus dem 19.Jh. stammend, ein Werk des hervorragenden bulgarischen Ikonenmalers Sachari Sograph ist), gibt es auch Ikonen aus dem 14.Jh. Darunter ist die Ikone der Hl.Hl. Konstantin und Helena, die einst als wundertätig vermutet wurde. 
Im Kirchhof steht ein kleines Nonnenkloster, das vor Ende des 18.Jh. gebaut wurde. Daneben erhebt sich der schlanke Glockenturm, dessen graphische Ausschmückung ebenfalls aus der Wiedegeburtszeit stammt. Im südlichen Hofteil steht ein Gebäude aus dem vorigen Jahrhundert direkt über der Festungsmauer. Das wurde als Schule benutzt und heute beherbergt es eine reiche Ikonensammlung. 

Der Festungskomplex Nebet Tepe 

Hier war der nördlichste und höchste Punkt der Dreihügelstadt Philipopolis. Man hat hier Überreste einer prähistorischen Siedlung freigelegt sowie Ruinen aus der hellenistischen und römischen Epoche, die die Akropole der Stadt schützen sollten. 
Im nördlichen Teil kann man die ersten hellenistischen Fortifikationsanlagen aus riesigen Steinquadern sehen. Die Stadt wurde auch von den Römern befestigt. Im Norden und Westen erheben sich Überreste von den Bastionen, es gibt auch unterirdische Korridore, Türme, die bei den Festungsmauern im Hof der Kirche "Hl.Hl. Konastantin und Helena" im schon erwähnten Bauverfahren "opus mixtum" errichtet sind. Nach Osten hin ist die Mauer bis zu 10 m erhaltengeblieben. Unter der Hügelspitze, auf deren südlichem Hang, wurde ein Wassespeicher aus Stein und Backstein und wasserdichtem Bindemittel angebracht. Leider ist das originale Gewölbedach aus Backstein zerstört und durch ein kupfernes Blechdach erzetzt worden.
Wenn man vom Gipfel einen Blick nach Osten wirft, erblickt man das Mariza-Tal und das Messegelände. Am Horizont im Norden zeichnen sich die Umrisse des Balkan- und Sredna-gora -Gebirges ab. Wendet man sich zur gegenüberliegenden Seite, so erblickt man die ersten Ketten der Rhodopen.

Das antike Theater in Plovdiv 

Es ist das bedeutendste restaurierte Denkmal aus der Antike in Bulgarien. Seine Überreste wurden ganz zufällig bei Befestigungsbauarbeiten an der südlichen Festungsmauer der Dreihügelstadt Trimontium entdeckt. Die Anlage wurde wahrscheinlich von einem Brand oder Erdbeben heimgesucht, denn die grossartige Bühne war zerstört.
Das römische Amphitheater, im 2.Jh.n.Chr. unter Kaiser Markus Aurelius aus Marmor und Granit errichtet, zählt zu den bemerkenswertesten Sehenswürdigkeiten des alten Plovdiv. Bis zu seiner Wiederentdeckung hat es mehr als 15 Jahrhunderte unter Aufschüttungen verborgen gelegen. 
Das Amphitheater ist heute wieder Schauplatz kultureller Veranstaltungen. Es bietet 1200 Leuten Platz, früher hatte es 3200 Sitze. Die Sitze sind aus Marmor, feingestaltet und geschliffen. Die Bühne ist zweistöckig. Bemerkenswert sind die Standbilder, Inschriften, Friese uns Gesimse. Zwei von den Standbildern stammen aus dem 2.Jh.

Das Ensemble Hissar Kapija
 Dieses um die monumentalen Überreste des antiken Festung entstandene Ensemble ist einer der malerischsten Winkel der Altstadt von Plovdiv. Am östlichen Tor des antiken Philipopolis, das unter dem Namen Hissar Kapija bekannt ist, wurden kleine Renovierungen vorgenommen, so dass es an seinem ursprünglichen Aussehen wie vor 2000 Jahren nicht eingebüsst hat. In seiner Umgebung befinden sich sowohl die Überreste der Festung aus verschiedenen Epochen als auch einige der bemerkenswertesten Häuser aus der Epoche der bulgarischen Wiedergeburt.

Lesen Sie noch:
 PLOVDIV - TAUSENDJÄHRIGE SCHÖNE AUF DREI HÜGELN