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BALTSCHIK



BALTSCHIK GESCHICHTE. SEHENSWERTES

Baltschik (11 000Einw.) ist eine Kleinstadt. Seebad und Hafenstädchen zugleich besitzt es infolge seine Lage einen besonderen Reiz.
Es erhebt sich auf weißen Kalkfelsen terrassenförmig über dem Meer und wird auch „weiße Stadt am Schwarzen Meer“ genannt.
Baltschik blickt auf eine alte Geschichte zurück. Es wurde im 6.Jh. v.Chr. von griechischen Kolonisten aus Milet gegründet, die die Siedlung Krunoj nannten, Ort an den Quellen, weil hier viele Karstquellen aus dem Boden sprudeln.
Anfang unserer Zeitrechnung änderte sich der Name Krunoj in Dionysopolis ‘‘Stadt des Dionysos‘‘, zu Ehren Dionysos, ihrem Schutzherrn, dem Gott des Weines und der Freude. Der Überlieferung nach habe das Meer eine Dionysosstatue ans Ufer gespüllt, die die Stadtbewohner aufgestellt und Dionysos zu ihrem Schutzherrn erwählt hätten. Schon in der Antike betrieb die Stadt lebhaften Handel und während der Römerzeit wurden öffentliche Bauten und Tempel errichtet.
Im Mittelalter hieß die Stadt Karvuna (Karbona), und danach wurde auch ihr Schicksal jahrhundertelang von den Türken bestimmt. Ihren heutigen Namen erhielt sie im 14.Jh. nach dem Bojaren Balik, der damals dieses Gebiet beherrschte.
Nach der Befreiung von der osmanischen Fremdherrschaft im Jahr 1878 gehörte die Stadt zu Bulgarien, bis sie durch den Vertrag von Bukarest (1913) Rumänien zugesprochen wurde. 1940 kam Baltschik wieder zu Bulgarien.
Die interessanteste  Sehenswürdigkeit der Stadt ist zweifelsohne das Schloss, das die ehemalige
rumänische Königin Maria als Sommerresidenz erbauen ließ. Die Bauarbeiten, zu denen ein italienischer Architekt die Pläne lieferte, kamen 1931 zum Abschluss.
Der Bau ist dreistöckig und wird von einem Minarett überragt. Dieser halb europäische, halb orientalische Stil entsprach den religiösen Anschauungen der Königin, die sich persönlich für eine Annäherung der christlichen und muselmanischen Religion einsetzte. Die 18 Gebäude, die im Park errichtet wurden und für die Gäste der Königin bestimmt waren, sind ebenfalls in orientalischem Stil gehalten.
Der herrliche, zehn Hektar grosse Schlosspark liegt direkt am Meer und macht auf jeden Besucher einen großen Eindruck. Hier entspringen unzählige Quellen und bilden wunderschöne Wasserfälle. Der Park ist mit Brunnen, Becken und Säulengöngen geschmückt, ein Teil trägt den Namen Garten Allahs, ein anderer wird als Garten von Gethsemane bezeichnet. Vor dem Schloss und am Meeresufer steht je ein stenerner Thron. Da und dort sind marokkanische Krüge aufgestellt. Sehenswert sind auch der Silberbrunnen und die vielen Arten seltener Pflanzen /3000 Arten/ aus allen Ländern der Welt, darunter eine Magnolie, die einzige, die an der bulgarischen Küste gedeiht und eine Kakteensamlung mit mehr als 250 Arten.

In Schlossnähe ist eine Kapelle der Jungfrau Maria, die einen wertwollen Ikonostas (Ikonenwand) enthält  sowie das Bildnis der Königin und ihrer Tochter in Lebensgröße.
Nach dem letzten Willen der Herrscherin wurde ihr Herz in der Kapelle beigesetzt, wo es bis 1940 blieb.

DIE BULGARISCHEN HEILBÄDER

Land der Gesundheit - so nannten die alten Thraker, die Slawen und Römer Bulgarien, das schon im Altertum für seine Heilbäder Augusta, Pautalia, Serdika und Anchialo bekannt war. 
Heute gibt es in Bulgarien 170 Mineralwasservorkommen mit mehr als 600 Quellen. Die meisten befinden sich im Süden des Landes. Nach der Zahl der Heilquellen nimmt Bulgarien den dritten Platz in der Welt nach Island und Japan ein. 
Die Heilquellen in Bulgarien unterscheiden sich in ihrer Zusammenzetzung, Heileigenschaften und Temperatur. 
Kalte Mineralquellen ( unter 37°C) gibt es in Meritschleri, Naretschen, Michalkowo, in und bei Varna, in und bei Sofia;
warme (37°-60°C) - in Welingrad, Blagoewgrad, Hissar, Warschez, Varna, St.Konstantin, in und bei Sofia, bei Burgas;
heiße (über 60°C) - in Saparewa banja, Kjustendil, Momin prochod, Pawel banja.

An den Heilquellen sind zahlreiche Heilbäder entstanden, wo durch verschiedene Therapien ein großer Krankheitenbereich erfogreich behandelt wird, z.B. Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparats, der Nieren, der Atemwege, Magen- und Darmbeschwerden, Stoffwechselstörungen, Übergewicht, Frauenleiden, Hauterkrankungen, Allergien u.a.m.
Neben den klassischen Heilverfahren werden in den bulgarischen Heilbädern auch neue wirksame Methoden angewendet: Phytotherapie, Phytobalneologie, Yogaübungen, sowie allgemeine prophylaktische Programme gegen Stress- und Alterserscheinungen, Schlankkeitskuren u.a.m.. Die Kurzentren sind mit moderner medizinischer Apparatur ausgestattet. Das Personal dort ist hochqualifiziert. 
In den bulgarischen Heilbädern werden den Gästen ausgezeichnete Erholungs- und Kurbedingungen geboten. Die Kurzentren an der Schwarzmeerküste in St. Konstantin, Albena, Goldstrand, Pomorie und Sonnenstrand, und im Landesinneren Hissarja, Sandanski, Dewin, Kjustendil, Welingrad und Naretschen sind schon weit über die Grenze Bulgariens bekannt.

DAS PIRINGEBIRGE

Pirin ist das schönste und bizarrste bulgarische Gebirge. Nach dem Rilagebirge ist es das zweithöchste in Bulgarien und das drittgrösste auf der Balkanhalbinsel. Das Piringebirge liegt in Südwestbulgarien und nimmt das südwestliche Ecke des Rila-Rhodopen-Massivs ein. Es erstreckt sich zwischen den Flüssen Struma und Mesta.
 Im Laufe der Jahrhunderte war dieses Gebirge unter den verschiedensten Namen bekannt: der thrakische Name Orbelus bedeutet "Schneegebirge", das altslawische Judeniza von "Judi" - Bergfeen, die einem alten Volksglauben zufolge das Gebirge bewohnten, dann das neuere slawische Perun, das mit dem gleichnamigen Donnergott verbunden war, der auf dem Vichren -Gipfel zu Hause gewesen sein soll.
Für die hohen Teile des Piringebirges ist der alpine Charakter kennzeichnend - pyramiden- und kegelförmige Gipfel, tiefe Talkessel, Gletschertäler und Moränen. Pirin besteht hauptsächlich aus Granit und Marmor.
Das Klima ist zwar typisches Hochgebirgsklima, allerdings unter starken Mittelmeereinfluss von den Tälern der Flüsse Struma und Mesta her. Deshalb hat das Piringebirge im Vergleich zum Balkan -, Rila - oder Vitosha -Gebirge die meisten Sonnentage im Jahr. Die meisten Niederschläge (vor allem Schnee) fallen im November und Dezember, die wenigsten im August.
der Gipfel Vichren
Das Nordpiringebirge ist der größte, höchste, schönste und am meisten besuchte Teil. Da sind etwa 60 Berge von über 2500m, darunter der höchste Berg, der Vichren 2914m. In diesem Gebirgsabschnitt sind auch alle Eiszeitseen, 140-150 an der Zahl. Der größte Pirinsee ist mit einer Fläche von 12,4ha Popovoto See, der mit 29,5m auch der tiefste ist.
Die Piringebirgsflüsse erhalten ihr Wasser von den schneeweißen Gipfeln und den blauen Seen hoch oben und tragen es dann weiter in die Struma oder in die Mesta.
Wegen der einmaligen Natur wurde 1976 der Pirin-Nationalpark geschaffen, der in der letzten Zeit beinahe das ganze Nordpiringebirge umfasst und seit 1983 unter UNESCO-Schutz steht. Als Biosphären-Nationalpark er zum Natur- und Kulturerbe der Welt. Die Karstregion im Gebiet des Vichren ist vollkommen kahl und zeichnet sich durch tiefe Schluchten aus.
Der abwechslungsreiche Waldbestand umfasst Fichten, Föhren und Bergkiefer, die in den hohen Lagen vorherrschen. Unter den Blumen des pirin stehen manche, insbesondere das Edelweiß, unter Naturschutz. Es wächst im schwer zugänglichen Marmorteil des Gebirges. Im Mittelteil desselben Abschnitts ist der Pirintee verbreitet.
Die Fauna ist mit Gemsen, Bären, Rehen, Hirschen und Auerhähnen vertreten. In den meisten Pirinseen und Flüssen gibt es Forellen.
Das Gebirge ist beliebtes Ausflugsziel für viele Naturfreunde, Alpinisten, Wanderer und Schifahrer, die in allen seinen Regionen ausgezeichnete Erholungsmöglichkeiten finden. 
Seine Naturschätze sind auch für Wissenschaftler von besonderem Interesse. 


DAS RILAGEBIRGE


Das Rilagebirge ist das höchste Gebirge in Bulgarien und auf der Balkanhalbinsel. Es ist ein Teil des Rila-Rhodopen-Massivs und nimmt dessen nordwestlichen Teil ein. In der europäischen "Wertung" belegt es den 6. Platz hinter dem Kaukasus (Elbrus 5642m) und den Alpen (Mont Blank 4807m).
Das Rilagebirge bietet eindrucksvolle Bilder mit seinen 132 Zweitausendern, von denen 78 über 2500m erreichen, darunter der MUSSALA mit seinen 2925m die höchste Bergspitze Südeuropas.
Zwischen den spitzen Bergzacken liegen in Gletschertälern die "Augen" des Gebirges: von den 189 sind 140 Seen aus der Eiszeit. Eine Augenweide ist vor allem der Anblick der sieben Rila-Seen in 2200m bis 2500m Höhe. Hier liegen sowohl der grösste Eiszeitsee der Balkanhalbinsel, Smradlivoto (21,2ha), als auch der höchsgelegene See im Rilagebirge, Ledenoto (2709m). In einigen der Seen gibt es Forellen. 
Im Rilagebirge entspringen auch die grösste Flüsse des Landes: Iskar, Mariza und Mesta sowie zahlreiche Mineralquellen. 
Den günstigsten Startpunkt für ausgedehnte Wanderungen bietet der Höhenkurort Borovetz, eines der bekanntesten Wintersportzentren Bulgariens.
Das Rilagebirge ist eine Quelle wichtiger Natur- und Wirtschaftsgüter, das eine Fläche von 2396qkm umfasst. Seine Schönheit ist von dem bulgarischen Volksdichter Ivan Vazov und anderen Dichtern und Schriftstellern geschildert worden. Es zieht Tausende Naturfreunde, Wissenschaftlern, Skiläufer, Bergsteiger und Wanderer an. 
Der älteste Name des Gebirges ist der thrakische Dounkas, das wasserreich bedeutet. Thrakisch ist auch sein anderer Name, nämlich Roula, den die Slawen in Rila umgewandelt haben. Auch der ist mit dem Wasserreichtum des Gebirges verbunden - "wasserreiches Gebirge".
Das Gebirge besteht aus Granit. Anzutreffen sind auch noch Marmor, Kristallbildungen u.a.m. Die zweimalige Vereisung des Rila hat eine grosse Rolle bei der Gestaltung seines Reliefs gespielt. Die zahlreichen Eiszeitseen und Täler und die alpinen Berge sind die beste Beweis dafür. 
Das Klima wird durch seine geographische Lage bestimmt, ist also an der Grenze zwischen Kontinental- und Mittelmeerklima. Hier fallen die meisten Niederschläge in Bulgarien. (jährlich 1155mm), auf seinen Gebirgsgraten glitzert bis spät in den Sommer hinein noch Schnee. In den mittleren und alpinen Höhen des Rilagebirges misst die Schneedecke über 2 Meter. Auf dem Mussala-Berg befindet sich die 1932 angelegte höchste Meteorologiestation Südeuropas.

PAMPOROVO

Pamporovo ist einer der bekanntesten bulgarischen Höhenkurorte. Er liegt am Fuße des Snezhankagipfels in 1620m Höhe, 85km von Plovdiv und 15km von Smolyan entfernt.

 Die komfortablen Hotels des Kurortes liegen inmitten einer herrlichen Berglandschaft. Die Luft ist rein und frisch, das Klima sehr gesund. Im Winter ist Pamporovo von einem wahren Schnee-Paradies umgeben. Von Dezember bis April ist den Skiläufern eine dicke Schneedecke sicher.
Fast alle Skipisten steigen vom Gipfel Snezhanka zum Kurort und zu den Seen von Smolyan herunter, wobei deren Höhe über dem Meeresspiegel variiert von 1930 m bis 1444 m. Die Skipisten in Pamporovo haben eine Länge von 37 km, die längste davon ist 5,1 km lang, und der max. Höhenunterschied beträgt 476 m. Die Pisten haben unterschiedliche Schwierigkeitsgrade - von schwierigen für Fortgeschrittene, bis zu leichten für Anfänger. Den Touristen stehen 9 Schlepplifts und 6 Sessellifts zur Verfügung.
Die Pisten im Kurort sind auch für Snowborder geeignet, es gibt hier half-pipe sowie gute Voraussetzungen für Abfahrten auf unbearbeitetem Gelände. Pamporovo bietet auch Pisten für Lang-Skilaufen mit einer Länge von 25 km. In der Skizone gibt es einzelne Bereiche, die für Schlittenfahrten passen. Für die Liebhaber von extremen Abfahrten ist für die Piste Sneshanka №2, die 1176 m lang, 60 m breit ist und einen Höhenunterschied von 283 m aufweist, Nachtbeleuchtung mit 28 Lichtstrahlern gewährleistet. Angeboten werden auch Fahrten mit Motorschlitten.
Wer Ski fahren lernen möchte, kann einen Skikurs für Anfänger mitmachen. Der Winterkurort verfügt über eine renommierte Skisportschule, wo hochqualifizierte Skilehrer mit Fremdsprachkenntnissen unterrichten. In den Skidepots kann man komplette Skiausrüstung ausleihen. 
Im Sommer ist Pamporovo ein erholsames Wandergebiet mit phantastischen Aussichtspunkten. Man kann sich an Bergwanderungen mit erfahrenen Begrführern beteiligen. Markierte Wanderwege führen zu vielen Gipfeln. 
Der berühmte Kurort bietet seinen Gästen die gewünschte Abwechslung. In den Restaurants, Cafes und Diskos kann man sich richtig unterhalten. Das Nachtleben hat ein reichhaltiges Angebot an Vergnügungen: mehrere Diskotheken, Bars, Bowling usw. Große Hotels verfügen über SPA Zentren, in denen unterschiedliche Prozeduren angeboten werden.
Von Pamporovo aus lassen sich erlebnisreiche Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung unternehmen. Pamporovo ist zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert und bietet den Gästen die besten Möglichkeiten für Sport, Entspannung und Unterhaltung.

BOROVETS - DAS ALPINE SKIZENTRUM

Begeisterte Wintersportler finden 70km südöstlich von Sofia das Ziel aller Wünsche: Es heißt Rilagebirge, ist mit seiner höchsten Erhebung, dem Mussala, das höchste in Bulgarien und auf der Balkanhalbinsel und zählt nicht weniger als 78 Gipfel über 2500m.
In 1300m Höhe am Nordhang dieses Gebirges liegt BOROVEZ. Es ist der bequemste Ausgangspunkt zur Besteigung des Mussala-Gipfels. Borovez bietet den Skiläufern eine 3200m lange Abfahrtsstrecke sowie zahlreiche andere Pisten verschiedener Schwierigkeitsgrade. Der nicht nur für Ski-Aktive, sondern auch für Erholungssuchende empfehlenswerte Höhenkurort ist von einem wahren Schneeparadies umgeben.
 Gegründet wurde das Urlaubsgebiet Borovets im Jahre 1897 ursprünglich als Ferienort für die Sommermonate, erst im Jahre 1920 wurde Borovets auch zum Wintersportort. Von allen namhaften Skigebieten, darunter Bansko und Vitosha ist Borovets mit Abstand das Älteste.
Mit seinen hervorragenden Wintersporteinrichtungen ist Borovez häufig Gastgeber bei nationalen und internationalen Wettkämpfen. Zwar nennt man das Rilagebirge nicht umsonst "die bulgarischen Alpen", doch braucht dies den Ski-Anfänger nicht abzuschrecken. Für ihn gibt es gute und freundliche Skilehrer, die ihm gern das Skifahren beibringen. 
 Das eigentliche Skigebiet Borovets setzt sich aus den drei Skigebieten Zentral-Borovets (von 1337 m bis 1780 m ü. d. M.), Jastrebez (von 1340 m bis 2369 m ü. d. M.) und Markudschik (von 2340 m bis 2550 m ü. d. M.) zusammen und bietet durch die Vielfältigkeit der Gebiete und Pisten optimale Bedingungen für die Ausübung aller alpinen Sportarten, vom Snowboarden über Skilanglauf und Biathlon.
Borovez bietet seinen Gästen die gewünschte Abwechslung. Man kann die Skier mit dem buntbemalten Pferdeschlitten tauschen oder in gemütlicher Runde bulgarische Spezialitäten probieren und die Gastfreundschaft der Bulgaren kennen lernen.
Von Borovez aus lassen sich erlebnisreiche Ausflüge in die Umgebung unternehmen. Man kann das berühmte Rilakloster aus dem 10.Jh. mit seinen Museumschätze besuchen. Empfehlenswert ist eine Visite in der Hauptstadt Sofia oder in Plovdiv, der zweitgrößten Stadt Bulgariens, mit seiner malerischen Altstadt. 

Übernachtungsmöglichkeiten werden in zahlreichen Hotels unterschiedlicher Preislage sowie in den Feriendörfern angeboten. Zu den besten Hotels des Kurortes gehören die Luxushotels Samokov und Rila, die alle Vorzüge eines erstklassigen Hotels zur Verfügung stellen.

BANSKO

Am nordöstlichen Fuße des Piringebirges, am Fluss Glasne (Nebenfluss von Mesta), 925m ü.d.M. liegt das Eingangstor zum Nationalpark Pirin, nämlich BANSKO (ung 9000 Einw.). In den letzten Jahren hat sich dieses Gebiet zu einem der größten bulgarischen Wintersportzentren und einem der schönsten Höhenkurorte entwickelt. Dazu tragen die geschichtliche Bedeutung und die interessante Architektur des Ortes.
Die Stadt entstand im 9.-10.Jh. nach dem Zusammenschluss einiger Viertel der Umgebung. Dank Handel und Handwerk wurde Bansko zu einem blühenden Zentrum der Region. Die Karawanen der Kaufleute zogen bis an die Ägäis und nach Mitteleuropa, beladen mit Tabak, Baumwolle, Leder und Gold. In der zweiten Hälfte des 18. /Anfang des 19.Jh. erlebte die Stadt einen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung.
Das Städchen hat sich viel von seinem ursprünglichen Charme erhalten. Davon zeugen die zahlreichen Häuser aus der Wiedergeburtsepoche im typischen Pirin-Baustil. Die haben zwei Gesichter und erinnern an die Klosterarchitektur. Zur Straße erhebt sich eine strenge Steinfassade. Um so freundlicher wirkt der Innenhof mit offener Veranda, geschnitzten Holzgeländern und schlanken Säulen. Die alten Häuser sehen noch heute wie Festungen aus, die sich hinter ihren dicken Steinmauern und schweren Toren verstecken.
 Im Erdgeschoss findet man die Schuppen für die Tiere, Küche, Backofen und Speisekammer. Das Wohnzimmer, Gästezimmer, Schlafzimmer und Esszimmer liegen in der Etage darüber. Das grösste Zimmer in einem typischen Haus ist das Esszimmer. Auf den eingebauten Regalen stehen kupferne Gebrauchsgegenstände.
Die Gässchen bilden ein eigenartiges Labyrinth, durch das man gern bummelt. Hinter einer hohen Mauer steht in der Stadtmitte die Dreifaltigkeitskirche, die schönste und reichste im Piringebirge, die 1835 fertig gestellt wurde. Wandmalereien und Holzschnitzereien sind Werk der Künstlers Veljan Ognev. Die Ikonen hat der bedeutendste Vertreter der Malschule von Bansko, Dimiter Milerov, geschaffen. Die Kirche hat eine für die damalige Zeit ungewöhnliche Grösse. Im Kirchhof wurde 1850 ein 30m hoher steinerner Turm (Glocken- und Uhrturm) errichtet. In der Kirche der Hl. Gottesmutter im Norden der Stadt ist eine herrliche holzgeschnitzte Ikonostase zu bewundern, noch ein Zeugnis von der hervorragenden Kunstschule für Ikonenmalerei und Holzschnitzerei, die Bansko hervorgebracht hat.janiza
Nicht zuletzt ist Bansko Geburtsort der beiden grossen Persönlichkeiten der Nationalen Wiedergeburt Paissij Chilendarski und Neophyt Rilski sowie des Dichters Nikola Wapzarov. 
Bansko ist ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen ins Piringebirge. Hier beginnen die markierten Wanderwege zu den Berghütten "Banderiza", "Vichren" und "Damjaniza", von denen man in die verschiedenen Richtungen noch weiter in den Pirin hineinkommt. Besonders sehnswert sind die idyllischen Bergseen.





DIE BULGARISCHEN HÖHENKURORTE

Bulgarien ist heute ein international beliebtes Reiseland für Millionen Touristen aus der ganzen Welt. Herzlich willkommen ist jeder Gast des Landes nicht nur am Meer, sondern auch in den Gebirgen Bulgariens: Rila, Pirin, Stara planina /Das Balkangebirge/, Vitosha und in den Rhodopen. Jedes von den bulgarischen Gebirgen hat einen eigenen unverwechselbaren Charakter. Die Höhenkurorte in Bulgarien bieten den zahlreichen Gästen gute Möglichkeiten nicht nur zur Erholung und Entspannung an, sondern auch zum Wintersport. Deshalb werden sie in den letzten Jahren von immer mehr in- und ausländischen Wintersportfreunden besucht. Grosse Zentren des Wintersports in Bulgarien sind Pamporovo, Borovetz, Maljovitza, Bansko, der Nationalpark Vitoscha u.a.m., die ihren verdienten Platz unter den weltbekannten Wintersportzentren einnehmen. 
Borovetz
Die Klimabedingungen der bulgarischen Höhenkurorte ermöglichen einen relativ langen Betrieb der Wintersportanlagen - etwa 5-6 Monate lang jährlich. Der Winter ist mild, mit vielen sonnigen Tagen und einen durchgehenden Schneedecke, die sowohl für Liebhaber des Skisports als auch für Leistungssportler gute Fahrbedingungen bietet. 
Borovetz
Die bulgarischen Höhenkurorte verfügen über ausgezeichnete Wintersportanlagen:
 Skipisten verschiedenen Schwierigketsgrades für Anfänger und erfahrene Skiläufer, Seilbahnen, Sessel- und Schlepplifts, die die Beförderung zu den Pisten erleichtern.
Chepelare
  Den Anfängern stehen Übungshänge zur Verfügung. Für sie werden auch Skikursen organisiert. Die Skischulen in den bulgarischen Wintersportzentren gehören zu den besten in Europa. Der Unterricht in den Skischulen erfolgt in Deutsch und Englisch nach internationalem Standart. Die Ski-Depots leihen Skiausrüstung /Markenfabrikate/ aus. 

Die Hotelbasis entspricht den verschiedensten Geschmacksrichtungen der Feriengäste. Ihnen stehen Zwei- und Drei-Sterne-Hotels sowie Feriendörfer zur Verfügung. Zur Verpflegung und Unterhaltung der Gäste sind zahlreiche Restaurants und Unterhaltungsgaststätte errichtet: Weinstuben, Gaststätten, Teesstuben, Nachtlokale, Snackbars, Cafes. 
Die geringe Entfernung der bulgarischen Höhenkurorte von den grösseren touristischen Zentren bieten den Feriengästen verschiedene Möglichkeiten für die Befriedigung ihrer kulturellen und anderen Interessen. Für sie werden Ausflüge zu den benachbarten und entfernter liegenden Ortschaften und Städten organisiert. 



DIE THRAKER - DIE ERSTEN BEWOHNER BULGARIENS

Spuren vom Leben der Urmenschen sind in Bulgarien nur wenig vorhanden, dafür sind jedoch die Zeichnungen in den Höhlen des Balkangebirges weltbekannt.
Etwas umfangreicher sind unsere Kenntnisse über die Thraker.
Sie besiedelten den östlichen Teil der Balkanhalbinsel: vom Schwarzen Meer im Osten bis zur Teiß im Westen, von den Karpaten im Norden bis zum Ägäischen Meer im Süden. Sie lebten in Stämmen in der Urgesellschaft. Die bekanntesten von ihnen waren die Odryssen, Serden, Bessen, Mösier und die Dacker.
Die Thraker waren vorwiegend Ackerbauern und Viehzüchter, aber auch geschickte Handwerker. Sie waren nicht nur Meister des Töpferhandwerks, gute Weber und Baumeister, sondern bearbeiteten auch Metalle.
Sie waren in der Antike als Sänger, Musikanten und Tänzer berühmt. Der sagenhafte Sänger Orpheus soll auch thrakischer Herkunft gewesen sein.
 Die Thraker verehrten die Naturkräfte und gaben ihnen göttliche Gestalt. Sie glaubten an einem Leben im Jenseits und bestatteten gemeinsam mit dem Verstorbenen auch seinen Streitwagen mit den eingespannten Pferden, Waffen und Geschirr. Sie gaben den Toten Nahrung, Waffen und andere Gegenstände mit ins Grab. Den reichen Thrakern wurde manchmal sogar die Lieblingsfrau mitgegeben.
der Goldschatz von Waltschi tran
Foto: trakite.info
  
Bis heute ist eine Reihe herrlicher Gegenstände erhalten, die vom hohen Stand der thrakischen Kultur zeugen, z.B. der Goldschatz von Waltschi tran aus dem 13.Jh.v.Chr., der Silberschatz von Rogozen aus dem 5-4Jh.v.Chr. und der Goldschatz von Panagjurischte, ein wunderbares Weinservice aus purem Gold, das nahe bei der kleinen Stadt Panagjurischte gefunden wurde und aus dem 4.Jh. datiert. Dieses Service ist übrigens einmalig und befindet sich im Nationalen Historischen Museum in Sofia und es lohnt sich wirklich, es anzusehen. Es besteht aus vier Trinkkörnern, drei Kannen, eine Amphore und einer Schale und stellt das interessanteste in Thrakien gefundene Kunstdenkmal dieser Epoche dar.
Die frühesten Berichte über thrakische Stämme findet man in griechischer Schriften. So berichten Homer im 8Jh. und Xenophon im 5.Jh.v.Chr. über Leben und Bräuche der Thraker. Herodot beschreibt sie als das nach den Indern zahlenmäßig größte Volk, das in viele sich gegenseitig bekriegende Stämme zersplittert war. Über ihre frühere Geschichte geben allein Grabungsfunde Auskunft.
das Grabmal von Kazanlak - Wandmalereien
Foto: www.public-republic.com
 Die zahlreichen Zeugnisse thrakischer Kultur, von denen die Grabmäler bei Kazanlak und Sveschtari
nur die prominentesten Beispiele sind, verdeutlichen den hohen Entwicklungsstand dieser Stammesverbände und lassen es verstehen, warum Elemente dieser Kultur in die griechische Welt Eingang fanden. Der Mythos vom thrakischen Sänger Orpheus ist ein Beispiel dafür. Auch der Kult um Dionysos, den Gott des Weines und der Fruchtbarkeit verweist auf thrakische Vorbilder.

Vom 8.Jh.v.Chr. an besiedelten die Griechen die Schwarzmeerküste. Es etnstanden die griechischen Kolonien Messembria, das heutige Nessebar, Odessos, das heutige Warna, Apolonia, das heutige Sozopol u.a. Sie entwickelten sich zu blühenden Handelsstädten. Noch heute werden bei Ausgrabungen und auf dem Meeresgrund Amphoren und andere Gefäse gefunden.
Im Innern des Landes lebten nach wie vor die Thraker. Im 5.Jh.v.Chr. gründete der grosse Stamm der Odryssen ein mächtiges Reich, das im politischen Leben der Balkanhalbinsel eine grosse Rolle spielte. Seinem Beispiel folgten auch andere thrakische Stämme.
Später wurden sie laufend von fremden Eroberern bedroht: im 4.Jh. von den Mazedoniern, im 3.Jh. von den Kelten.
Nachdem die Thraker ihre Gebiete in blutigen Kämpfen verteidigt hatten, wurden sie von den Römern unterworfen. Im Jahre 46 n.Chr. waren alle thrakische Gebiete unter römischer Herrschaft. Die Römer bildeten zwei Provinzen - Mösien und Thrakien. Sie bauten Strassen und Städte wie z.B. Serdica / Sofia/, Trimonzium /Plovdiv/, Pautalia /Kjustedil/ u.a.m.
Die Eroberung durch die Römer brachte tiefgreifende Veränderungen in der Lebensweise, der Kultur und den gesellschaftlichen Verhältnissen der unterworfenen Bewohner mit sich. Anstelle der zersplitterten thrakischen Stämme übernahm ein mächtiger Sklavenhalterstaat die Herrschaft. Unter dem zweifachen Einfluss der Griechen und der Römer verloren die Thraker ihre ethnische Eigenart, die einen wurden hellenisiert, die anderen romanisiert. 


MARTENIZA - DER ROT-WEISSE FRÜHLINGSGRUSS

Nach dem langen Winter erwartet man mit Ungeduld den Frühling. Nach einem alten bulgarischen Brauch wird jede Jahreszeit mit verschiedenen volkstümlichen Festen eingeleitet. Einer der fröhlichsten ist der erste Tag des Monats März. Schon am vorausgehenden Abend flechten die Omas rote und weisse Wollfäden zu einer MARTENIZA /abgeleitet vom bulgarischen Wort für März - Mart/ zusammen und binden sie ihren Lieblingen um das Handgelenk. Auch Lämmern und anderen jungen Haustieren wird sie um den Hals gebunden. Das ganze Land trägt im März Rot-Weiss und immer wünscht man sich einen glücklichen Frühling.
Martenizi schenkt man Verwandten und Bekannten mit guten Wünschen für Gesundheit, Glück und langes Leben.
Ursprung dieses Brauches ist die Sehnsucht der Menschen nach der lebenspendenden Jahreszeit, symbolisiert durch die beiden leuchtenden Farben.
Die Marteniza ist im Wesentlichen ein Talisman für Gesundheit und ein langes Leben, was jeweils die Farben symbolisieren:
Gilt Rot für die Liebe und Fruchtbarkeit, für das Leben überhaupt, so soll Weiss Ausdruck für Gesundheit und Reinheit sein, den schmelzenden Schnee, das Weichen des Winters darstellen.
Zur Familie der Martenizi gehören neben Pisho und Penda /dieses Paar kennt in Bulgarien jeder/ auch Kugeln und Quasten, Bärchen und Häschen, angefertigt aus rot-weisser Wolle oder aus Seidenfäden.
Einer alten Überlieferung nach muss man diese rot-weissen Frühlingsboten bis zum Frühlingsanfang tragen und dann an einem blühenden Baum hängen. 
Eine andere Überlieferung verlangt, dass man die Marteniza unter einen Stein legt. Sobald die ersten Störche eintreffen, hebt man den Stein an. Wenn sich dann darunter irgendein Lebewesen regt, wird das Jahr fruchtbar. 
 "Baba Marta" ist eine volkstümliche, ausschmückende Umschreibung für den Monat März (deutsche Analogie: der Lenz oder die Figur von Frau Holle, die für Schnee sorgt). "Baba" heißt auf deutsch Oma. Auch die Begrüßung Tschestita Baba Marta - auf Deutsch: Glückliche Oma Marta ist typisch für den Anfang März in Bulgarien.
 Hinter dem Marteniza-Brauch steckt zugleich der alte Glaube, dass die rot-weißen Martenizi Baba Marta, die Personifizierung des Monats März in Gestalt einer alten, ärgerlichen und launischen Frau, mild stimmen, damit sie nicht zornig wird und Kälte über das Land schickt. Dies hängt mit dem Landesklima zusammen: Oft kündigt sich der Frühling Anfang März an und gegen Ende des Monats kommt es dennoch zu Schneefall. Alle Erwachsenen, Kinder und Haustiere werden mit Martenizi beschenkt und geschmückt, damit sie gesund bleiben.
 Die Tradition, den ersten März willkommen zu heissen, ist sehr alt und bis heute bewahrt. Das Martenizi-Schenken gehört zu den schönsten und beliebtesten bulgarischen Frühlingsbräuchen.








DIE WERTVOLLEN HÄUSER VON PLOVDIV

Wenn die Fachleute von einem bulgarischen Barock sprechen, so meinen sie die Plovdiver Häuser mit ihrer eigenen Dynamik und schwungvollen Bewegung der Formen.
Im 18./19.Jh. erlebte Plovdiv eine neue Blüte als Handelsstadt, von der heute viele schöne Häuser aus der Zeit der bulgarischen Wiedergeburt zeugen.
In der Altstadt von Plovdiv leben und arbeiten heute nur 4500 der insgesamt 370000 Einwohner. Sie erscheint wie ein bewohntes Freilichtmuseum, in dem wundervolle Häuser aus dem 18./19. Jh. das Bild bestimmen.
Die bürgerlichen Häuser der Wiedergeburtsepoche zeichnen sich durch eine vielfältige Architektur aus, in der sich Beruf und Lebensweise der Bewohner sowie die natürlichen Bedingungen widerspiegeln. Allmählich wurde die architektonische Komposition immer komplizierter, und die Fassade und die reiche Innenausstattung immer dekorativer. Die durch Erker und Vorsprünge abwechslungsreich gestalteten Fassaden und die Verwendung von holzgeschnitzten Dachgesimsen und farbigem Putz sowie bunte Wandverzierungen ergeben den typischen Stil dieser Häuser.
Die Innenausstattung ist reich an Wandschränken, bemalten Wandnischen, holzgeschnitzten Türen, Säulen und Zimmerdecken. Alles ist breit angelegt, hell und sonnig.
Die gesamte Wohnanlage mit Garten ist von der Außenwelt mit einer schützenden hohen Mauer getrennt. Dahinter verbergen sich Höfe, zu denen üppige Blumengärten, schattenspendende Bäume und Brunnen mit immer fließendem Wasser gehören.
 Sehr reizvoll und gut erhalten ist diese Architektur in der Altstadt von Plovdiv. Allen Häusern ist ein Zug gemeinsam: das Streben nach Schönheit im Alltag in Harmonie mit der Natur. Das Plovdiver Wohnhaus entwickelte sich zum prächtigen Bürgerhaus und wurde zum Inbegriff des Wiedergeburtshaus in Bulgarien überhaupt.

DAS HAUS VON ARGIR KUJUMDSHIOGLU aus dem Jahre 1847 gehört zu den schönsten Häusern und meistfotografierten Objekten der Stadt. Mit seinem geschwungenen Dach und seinen abgerundeten Formen besticht es schon durch sein Äußeres.
 










Hinter dem Hoftor liegt die Hauptfassade. Eine innere Raumbewegung hat sie gefaltet. Der Eingang führt in ein Vestibül im Erdgeschoss, dessen Oval anzeigt, dass das Gebäude innen auf eine andere Weise gestaltet ist. Der Empfangsraum bildet den Mittelpunkt des Hauses und sein Oval unterstreicht seine wichtige Bedeutung. Drei Treppen laden zu einem Plauderstündchen in den oberen Stockwerken ein. Mit Holz, Putz und Farben ist die Architektur genauso lebendig wie überall in Europa. Das Haus ist ein ausgezeichnetes Beispiel für die symmetrische Bauweise der Häuser im alten Plovdiv und wurde vom Baumeister Hadshi Georgi errichtet. Besondere Aufmerksamkeit verdienen auch die geschnitzten Fensterläden und die kühn verwendete schwarze Farbe in der Außengestaltung. In den geräumigen Zimmern sind zahlreiche Exponate, auf fünf Sammlungen verteilt, zu sehen. Die Gegenstände berichten über die Lebensweise und die Kultur der Bulgaren von der Wiedergeburtszeit bis zur Mitte des 20.Jh.
1950 wurde im Haus das Ethnographische Museum eingerichtet und 1962 wurde es renoviert.
 
 DAS HAUS VON DIMITER GEORGIADI stammt aus den Jahren1846-1848. Es wurde von dem Baumeister Georgi, dem auch das Kujumdshioglu-Haus zu verdanken ist. Es sind zweifellos zwei der schönsten Häuser in Plovdiv. Die monumentale Fassade des Hauses unterscheidet sich von der des  Kujumdshioglu-Hauses, steht doch mit ihm in Einklang. Es blickt mit seiner Frontseite zur Straße, der Mittelerker springt hervor. Eine Treppe führt zu einer geräumigen Empfangshalle im ersten Stock. Beiderseits reihen sich 4 Zimmer mit geschnitzten Decken, farbigen Wandmalereien, die weiß umrahmt sind. Die Elipsenform der Empfangshalle steht mit der waagerechten Form der Fassade in Einklang. Die zweite Etage wurde ein paar Jahre nach der ersten gestaltet, doch viel einfacher. Das Haus fällt durch seine außerordentlich schöne Aussmuckung auf. Es wurde renoviert, doch seine Authentizität blieb erhalten.
 
DAS HAUS VON NIKOLA NEDKOVITSCH steht in einem hübschen Hof und fällt durch seine Ornamentik auf. Die Fassade zeichnet sich durch drei Bögen aus, die auf eleganten Steinsäulen ruhen. In diesem Haus ist die reiche innere Ausstattung vor allem in der ersten Etage zu einem vielfältigen Prunk gebracht. Ovale Medaillons an den Wänden zeigen Panoramabilder aus fernen Ländern. Der Wohnkomplex besteht aus dem Hauptgebäude, einem Nebenbau und dem sog. "Kljukarnik", einer Art Zimmererker über der Straße, wovon aus die Frauen des Hauses das Leben draußen beobachten und darüber klatschen konnten.










In der Empfangshalle hat der Meister sein ganzes schöpferisches Können entfaltet. Er hat dem Raum eine betont repräsentative Charakter verliehen, was mit einer vertrauten und gemütlichen Atmosphäre verbunden ist. Die Empfangshalle ist geräumig (über 73qm) und reich an holzgeschnitzten Decken, Türen und Fenstern. Der antike Kronleuchter hängt in der Mitte einer schönen dreireihigen Rosette. Die prunkvollsten sind die beiden Südräume im zweiten Stock - das grüne und das rote Zimmer. Der Platz über dem Treppenhaus war dem Orchester vorbehalten.
Das Haus wurde inzwischen von Grund aus renoviert. Im ersten Stock ist eine kleine ethnographische Ausstellung eingerichtet und im zweiten Stock finden offizielle Treffen statt. Der Hof steht des öfteren für kulturelle Veranstaltungen zur Verfügung.

DAS BALABANOV-HAUS nimmt die Ecke eines unregelmäßigen Landfleckens ein, was zu einer stufenartigen Gestaltung des Erdgeschosses geführt hat - eine für Plovdiv untypische architektonische Lösung. Das obere Stockwerk ist viel repräsentativer ausgestattet und eingerichtet. Man soll nicht vergessen, dass dieses Haus als das einzige in der Altstadt nicht im Originalzustand erhalten, sondern nach alten Fotos und Bauplänen restauriert worden ist. Das Streben nach Repräsentanz zeichnet das ganze Haus und insbesondere die obere Etage aus. Die Empfangshalle hat imposante Ausmaße. Daneben reihen sich noch 4 Zimmer. Interessant sind die geschnitzten Holzdecken mit geometrischen Motiven.
Das Balabanov-Haus
In der ersten Etage sind Bilder zeitgenössischer Künstler zu sehen, die zweite ist mit Stilmöbeln eingerichtet. Hier werden Konzerte, literarische Abende und Ausstellungen organisiert. Es ist ein beliebter Treffpunkt für Kunstleute und Geschäftsleute.

DAS HINDLIAN-HAUS ist in einem geräumigen an drei Straßen grenzenden Hof gebaut. Es ist noch ein Beispiel der symmetrischen Architektur, die das Haus den Gegebenheiten des Geländes anpassen soll. Der Hofkomplex schließt außer der Hauptgebäude einen Keller, sowie Diener- und Wirtschaftsbauten ein.
Die Eigentümer des Hauses waren nicht nur reiche Menschen, sondern auch Leute mit vielseitigen Interessen und ausgesprochen ästhetischem Sinn. Die Fassade ist stark aufgelockert. Die Nordseite zum Hof hat einen zentralen Säulenvorbau. Die Vorderfront wird durch die blauen Ornamente belebt. Das erkerförmige Vorspringen des Erdgeschosses und die kleinen Beobachtungserker beiderseits werden durch die Farbtöne der Wände gelungen ergänzt.
Das Hindlian-Haus
Das Hindlian-Haus gehört mit Recht zu de den reichstdekorierten Häusern der damaligen Epoche, besonders was die Innengestattung anbelangt. Das merkt man bereits im Erdgeschoss, wo das Licht- und Farbenspiel an Wänden, Decken, Türen und Schränken die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Die Maler aus Tschirpan, Moka und Mawrudi, die beauftragt waren, das Haus innen zu gestalten, hatten die Gelegenheit, ihr Talent voll zu entfalten.
In allen Zimmern erkennt man Landschaften und Gemälde aus Istanbul, Venedig, Alexandrien und Kopenhagen. Das nordwestliche Zimmer ist die Vollkommenheit selbst. Durch seine 12 Fenster dringt soviel Licht ein, das wir die ganze Pracht bewundern können. Sehenswert sind die Möbel im Arbeitszimmer des Hausherrn. Das Bemerkenswerteste im Haus ist das Bad mit seinen Marmorboden und vergoldeten Wasserhähnen, den Gipsornamenten an Wänden und Gewölbe. Der Fußboden wurde durch eine Luftanlage erwärmt. Der Raum lädt zu einem Bad ein.
Leider ist der Baumeister unbekannt, man weiß nur, dass das Haus in der Periode 1835-1840 gebaut wurde. In neuerer Zeit, 1974, wurde es renoviert.
 

 

BAUDENKMÄLER IN DER ALTSTADT VON PLOVDIV

Das Ensemble "Die Hl. Hl. Konstantin und Helena"

Zu diesem in Herzen des alten Plovdiv gelegen Ensemble gehören die Kirche der Hl. Konstantin und Helena, bedeutende Teile der östlichen Festungsmauer des antiken Philipopolis und die alte griechische Schule, wo heute eine Galerie antiker Ikonen untergebracht ist. Die über 6m hohe Festungsmauer mit dem runden Eckturm aus der Zeit des Kaizers Justinian I. (6.Jh.) ragt stolz empor. Sie wurde nache dem damaligen Verfahren "opus mixtrum" (ein Steinbau, der durch waagerechte Schichten aus 5 aufeinenderfolgenden Backsteinreihen befestigt wird) erbaut, mehrmals verstärkt und wiederaufgebaut.
Unmittelbar daneben wurde laut alter Überlieferungen bereits im 4.Jh. eine Kirche errichtet, die nach den Namen der beiden Märtyrern Sewerin und Memnos benannt worden ist. Da Plovdiv mehrere Male niedergebrannt wurde, baute man es immer wieder auf. Ende des 18.Jh. befand sich die Kirche in einem elenden Zustand. Ihre Grösse und Gestaltung entsprachen dem gewachsenen Bewusstsein der bulgarischen Bevölkerung nicht mehr. Der beharrliche Kirchenvorsteher Todor Muravenov sammelte ganze 20 Jahre (von 1810 bis 1830) Geldspenden für ihren Ausbau und sie wurde nach einem Erlass des Sultans im Jahre 1832 in ihrem heutigen Zustand erbaut. 
Die Kirche stellt eine dreischiffige Pseudobasilika dar. Die Schiffe werden durch zwei Reihen runder Säulen vereinigt. Die beiden Seitenschiffe haben flache Holzdecken mit geometrischen Ornamenten, die Decke des Mittelschiffes liegt bedeutend höher und ist wie ein Gewölbe gestaltet. Einen zentralen Platz in der Innengestaltung nimmt der Ikonostas ein, der zusammen mit dem Bischofsthron als ein Meisterwerk des Holzschnitzers Iwan Paschkula zu bezeichnen ist. Sowohl am Altar als auch am Bischofsthron sind Einflüsse des Barocks in Bulgarien zu entdecken. 
Die Kirchenikonen sind von besonderem Wert. Ausser denen, die während der Epoche der nationalen Wiedergeburt Bulgariens geschafen wurde (es wird angenommen, das ein bedeutender Teil von ihnen, aus dem 19.Jh. stammend, ein Werk des hervorragenden bulgarischen Ikonenmalers Sachari Sograph ist), gibt es auch Ikonen aus dem 14.Jh. Darunter ist die Ikone der Hl.Hl. Konstantin und Helena, die einst als wundertätig vermutet wurde. 
Im Kirchhof steht ein kleines Nonnenkloster, das vor Ende des 18.Jh. gebaut wurde. Daneben erhebt sich der schlanke Glockenturm, dessen graphische Ausschmückung ebenfalls aus der Wiedegeburtszeit stammt. Im südlichen Hofteil steht ein Gebäude aus dem vorigen Jahrhundert direkt über der Festungsmauer. Das wurde als Schule benutzt und heute beherbergt es eine reiche Ikonensammlung. 

Der Festungskomplex Nebet Tepe 

Hier war der nördlichste und höchste Punkt der Dreihügelstadt Philipopolis. Man hat hier Überreste einer prähistorischen Siedlung freigelegt sowie Ruinen aus der hellenistischen und römischen Epoche, die die Akropole der Stadt schützen sollten. 
Im nördlichen Teil kann man die ersten hellenistischen Fortifikationsanlagen aus riesigen Steinquadern sehen. Die Stadt wurde auch von den Römern befestigt. Im Norden und Westen erheben sich Überreste von den Bastionen, es gibt auch unterirdische Korridore, Türme, die bei den Festungsmauern im Hof der Kirche "Hl.Hl. Konastantin und Helena" im schon erwähnten Bauverfahren "opus mixtum" errichtet sind. Nach Osten hin ist die Mauer bis zu 10 m erhaltengeblieben. Unter der Hügelspitze, auf deren südlichem Hang, wurde ein Wassespeicher aus Stein und Backstein und wasserdichtem Bindemittel angebracht. Leider ist das originale Gewölbedach aus Backstein zerstört und durch ein kupfernes Blechdach erzetzt worden.
Wenn man vom Gipfel einen Blick nach Osten wirft, erblickt man das Mariza-Tal und das Messegelände. Am Horizont im Norden zeichnen sich die Umrisse des Balkan- und Sredna-gora -Gebirges ab. Wendet man sich zur gegenüberliegenden Seite, so erblickt man die ersten Ketten der Rhodopen.

Das antike Theater in Plovdiv 

Es ist das bedeutendste restaurierte Denkmal aus der Antike in Bulgarien. Seine Überreste wurden ganz zufällig bei Befestigungsbauarbeiten an der südlichen Festungsmauer der Dreihügelstadt Trimontium entdeckt. Die Anlage wurde wahrscheinlich von einem Brand oder Erdbeben heimgesucht, denn die grossartige Bühne war zerstört.
Das römische Amphitheater, im 2.Jh.n.Chr. unter Kaiser Markus Aurelius aus Marmor und Granit errichtet, zählt zu den bemerkenswertesten Sehenswürdigkeiten des alten Plovdiv. Bis zu seiner Wiederentdeckung hat es mehr als 15 Jahrhunderte unter Aufschüttungen verborgen gelegen. 
Das Amphitheater ist heute wieder Schauplatz kultureller Veranstaltungen. Es bietet 1200 Leuten Platz, früher hatte es 3200 Sitze. Die Sitze sind aus Marmor, feingestaltet und geschliffen. Die Bühne ist zweistöckig. Bemerkenswert sind die Standbilder, Inschriften, Friese uns Gesimse. Zwei von den Standbildern stammen aus dem 2.Jh.

Das Ensemble Hissar Kapija
 Dieses um die monumentalen Überreste des antiken Festung entstandene Ensemble ist einer der malerischsten Winkel der Altstadt von Plovdiv. Am östlichen Tor des antiken Philipopolis, das unter dem Namen Hissar Kapija bekannt ist, wurden kleine Renovierungen vorgenommen, so dass es an seinem ursprünglichen Aussehen wie vor 2000 Jahren nicht eingebüsst hat. In seiner Umgebung befinden sich sowohl die Überreste der Festung aus verschiedenen Epochen als auch einige der bemerkenswertesten Häuser aus der Epoche der bulgarischen Wiedergeburt.

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PLOVDIV - TAUSENDJÄHRIGE SCHÖNE AUF DREI HÜGELN

Plovdiv breitet sich im westlichen Teil der Oberthrakischen Tiefebene, an beiden Seiten der Mariza, dem längsten bulgarischen Fluss, auf 6 Sienithügeln aus.  Plovdiv ist nach Sofia - Fläche, Einwohnerzahl /etwa 340 000 Einw./ und Bedeutung - die zweitgrösste Stadt Bulgariens mit reicher und bewegter kulturgeschichtlicher Vergangenheit.
Plovdiv ist eine der ältesten Siedlungen auf der Balkanhalbinsel. Bereits seit der Jungsteinzeit ist das Gebiet ständig besiedelt. Im 1.Jt. vor Chr. gründeten die Thraker um die drei östlichen Hügel - Dshambaz Tepe, Taxim Tepe und Nebet Tepe, die eine natürliche Festung darstellten, die Siedlung EUMOLPIAS. Die Stadt wurde 342v.Chr. von Pfilipp II von Mazedonien erobert, in PHILIPPOPOLIS umbenannt und zur Festung umgebaut. Später (3.-1.Hh.v.Chr. ) hiess die Stadt PULPUDEVA und war den ununterbrochenen Angriffen der Kelten ausgesetzt. Im 1.Jh. gehörte die Stadt zum Römischen Reich und entwickelte sich rasch zum wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Mittelpunkt der Provinz Thrakien. Wegen der Lage auf den drei Hügeln nannten sie die Römer TRIMONTIUM.
Nach dem Zerfall des römisschen Reichs gehörte die Stadt nach 395 zu seinem öslichen Teil, zu Byzanz. Die Goten und Hunnen zerstörten sie in den folgenden zwei Jahrhunderten mehrmals. Von Kaiser Justinian wurde die Stadt wieder aufgebaut und zur strategischen Festung an der Nordgrenze von Byzanz gemacht.

Plovdiv - der Osteingang
Als sich im 6Jh. hier Slawen ansiedelten, nannten sie die Stadt PULDIN /von Pulpudeva/. 815 schloss Khan Krum den Ort in die Grenzen Bulgariens ein. Ttrotzdem wechselte Plovdiv in den folgenden Jahren durch Eroberungen mehrmals seine Zugehörigkeit  zu Byzanz oder Bulgarien. Im Jahre 1018 fiel Philippopolis wieder unter die Herrsschaft von Byzanz. In der Zeit der Kreuzzüge wurde die Stadt im 11. und 12.Jh. mehrmals verwüstet. Zwischen dem Jahr 1204, nachdem der bulgarische König Kalojan die Stadt befreit hatte, und dem Jahr 1364, als die Türken sie eroberten, kann angenommen werden, dass sie ELFMAL den Besitzer wechselte: wenige Städte waren so heftig von Bulgaren und Byzantinern umstritten.
1364 eroberten die Osmanen die Stadt und gaben ihr den Namen FILIBE. Es setzte ein allgemeiner Verfall ein, da sie ihre strategische Bedeutung verloren hatte.
Erst in der Zeit der Wiedergeburt ( 18./19.Jh.) konnte Plovdiv seine alten Positionen als grosses Wirtschafts- und Kulturzentrum zurückgewinnen. Handwerker und Kaufleute kamen zu Wohlstand, ein verändertes nationales Bewusstsein wurde deutlich. Man investierte in schöne Bürgerhäuser und öffentliche Gebäude, die noch heute in der Altstadt erhalten sind. 
Die Stadt wurde am 17.Januar 1878 von den Soladaten unter General Gurko befreit. Zu der Zeit war Plovdiv die grösste Stadt Bulgariens. Nach den Bestimmungen des Berliner Friedens (1878) wurde Plovdiv Hauptstadt der Provinz Ostrumelien. Am 6. September 1885 wurde in Plovdiv die Vereinigung des Fürstentums Bulgarien mit Ostrumelien verkündet und Plovdiv wurde endlich eine bulgarische Stadt.